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Kinderernährung

Kinder können lernen, gerne gesund zu essen. So erzählt die Mutter von Daniel: „Früher gab es auch bei uns häufig Zoff ums Essen, bis ich einen ganz neuen Weg ausprobierte: Ich zwinge meinen Sohn zu keinem speziellen Lebensmittel. Er darf frei auswählen, was ihm schmeckt und die Mengen selbst bestimmen.“ Jetzt nehme er meist von allem etwas.
Zu ähnlichen Erkenntnissen kommen wissenschaftliche Studien. Tests mit bereits abgestillten Babys ergaben: Wenn sie frei wählen können, entscheiden sie sich instinktiv für Nahrungsmittel, die ihnen für Wachstum, Gewicht, Knochenentwicklung und Immunsystem nutzen. Bei anderen Lebensmitteln verziehen sie eher das Gesicht oder wenden sich ab. „Von Geburt an bevorzugen Säuglinge süße und milchartige Lebensmittel“, erklärt Dr. Thomas Ellrott vom Zentrum für psychosoziale Medizin an der Universität Göttingen. Die Vorliebe könnte erblich bedingt sein und sich im Laufe der Menschheitsgeschichte entwickelt haben. Möglicherweise lernten unserer Vorfahren, dass süße Früchte nie giftig aber sehr energiereich waren. Ein bitterer Geschmack weist hingegen auf Ungenießbarkeit hin.
„Angeboren bedeutet in diesem Zusammenhang jedoch nur, maßgeblich für die ersten Lebensmonate und -jahre“, stellt Ellrott klar. Danach spiele die Sozialisierung des Kleinkindes eine wichtige Rolle. Regionale Essgewohnheiten besonders in der Familie und unter Freunden, klimatische Bedingungen, die Verfügbarkeit von Lebensmitteln sowie die Erziehung sind für den Experten wichtige Faktoren, die das Ernährungsverhalten eines Kindes beeinflussen.

Schokoriegel keine geeigneten Trostpflaster
Weshalb können Kinder zu Bonbons und Hamburgern so schwer nein sagen? Weil sie das so „gelernt“ haben, sagen Psychologen. Und wir Erwachsenen machen ihnen das vor. Bereits in der frühen Kindheit fungieren Eltern und Geschwister als Vorbilder in Sachen Ernährung. Instinktiv gehen viele Mütter meist zunächst davon aus, dass ein Baby, das schreit, Hunger hat. Unbehaglichkeiten werden versucht mit Füttern aus der Welt zu schaffen, ohne der Ursache wirklich auf den Grund zu gehen. Später gelten dann Süßigkeiten als Trostpflaster für Kindersorgen – z. B. wenn ein Junge oder Mädchen gestürzt ist. Das Ergebnis: Auch wir greifen später bei Stress und Problemen zur Schokolade. Der sahnig-süße Geschmack belohnt uns sofort.
Dabei gäbe es viele andere Möglichkeiten, Kummer zu stillen. Eltern könnten die Kinder mit Streicheleinheiten trösten, etwas vorlesen oder eine schöne Aktivität planen. Ablenkung verschaffen ebenso Spiele am besten mit viel Bewegung oder zumindest eine gesunde Alternative wie Obst oder Rohkost anstatt dem Schokoriegel.

Verbote bringen nichts
Daniel weiß, Süßigkeiten gibt es nicht so oft. Sie sind etwas Besonderes und werden nur dann aus dem Schrank geholt, wenn er etwas besonders gut gemacht hat: den Tisch gedeckt, beim Abwasch geholfen oder zum ersten Mal freihändig Rad gefahren ist. Doch in einem Punkt reagieren Kinder wie Erwachsene: Was knapp und teuer ist, schmeckt besser. Ein vermeintlich ungesundes Lebensmittel künstlich zu verknappen steigert deshalb noch mehr die Lust. So waren Flusskrebse noch vor 150 Jahren auf den Tellern der Deutschen ganz alltäglich und niemand hätte sie sich für ein Festmahl bestellt. Heute sind sie eine Rarität und gelten als Delikatesse.
Auch süße Lebensmittel generell mit „ungesund“ oder „nicht erlaubt“ zu verknüpfen, hält der Göttinger Arzt für unproduktiv. Solche Verbote könnten zwar innerhalb der Familie fruchten, jedoch außerhalb der elterlichen Kontrolle zur absoluten Gegenreaktion führen. Nach dem Motto „nur nicht machen, was die Eltern sagen“ wird dann umso mehr Schokolade verspeist.
Eltern sollten ihre Vorbildfunktion trotzdem nutzen, aber ungezwungen. Wenn Mutter, Vater und Geschwister sich gesund ernähren, Obst und Gemüse auf dem Speiseplan setzen, werden auch die Kinder davon probieren wollen. Hauptsache, die Mahlzeiten laufen entspannt und harmonisch ab. Ellrott rät, den Kindern das gesunde Essen nicht aufzuzwingen, aber anzubieten. Auch zu Hause kann es „hippe“ Gerichte geben: z. B. einen Hamburger aber mit Vollkornbrötchen, fettarmem Fleisch und frischem Gemüse. Kinder wollen gar nicht so viel Abwechslung – sie essen am liebsten, was sie schon kennen. An Neues müssen sie sich erst gewöhnen – sie brauchen ganz einfach Zeit, die vielen verschiedenen Nahrungsmittel auszuprobieren, und zu erforschen, was ihnen schmeckt.

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